Psychische und physische Entspannung mit Johanniskraut

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Psychische und physische Entspannung mit Johanniskraut

Das „Hypericum perforatum“, so der lateinische Name des Echten Johanniskraut ist eine seit der Antike renommierte Heilpflanze, die auch in der modernen Schulmedizin eine gewichtige Rolle besitzt. Das Hartheugewächs galt den Menschen stets als Symbol der Sonne und so fungiert es noch dieser Tage als Transporteur derselben in die dunkle Jahreszeit. Johanniskraut wirkt nachweislich gegen leichte und mittelschwere Depressionen, zu denen auch die sogenannte „Winterdepression“ gehört. Nicht nur eine psychische Erkrankung lässt sich mit Johanniskraut bekämpfen, auch Muskelverhärtungen können Patienten mit der Einnahme eines Hypericaceae heilen.

In den Blüten und Knospen der Pflanze findet sich der Grund für ihr heute häufigstes Anwendungsgebiet. In ihnen ist bei guter Qualität des Johanniskrauts bis zu 0,15 Prozent Hypericin enthalten und dieser Bestandteil wiederum meint ein natürliches Antidepressiva. Hypericin hat eine generell beruhigende Wirkung und wird beispielsweise auch in der Dermatologie angewendet. In Form von sanften Fuß- oder Körperbädern lindert es die Beschwerden von Neurodermitis-Patienten.

Das Psychopharmaka aus dem Kräutergarten besitzt nur geringe Nebenwirkungen und beeinflusst sanft die Verfassung des Patienten ein. Dabei verursacht das heilbringende Hypericin auch die einzig negative Begleiterscheinung des Johanniskraut; es macht lichtempfindlich. Seine Moleküle bestehen aus einem chromophorartigen System, welches eine phototoxische Reaktion begünstigt. Dies bedeutet, dass Haut und Augen auf übermäßige Sonneneinstrahlung aggressiv reagieren und es leichter zu einem Sonnenbrand kommen kann. Da diese Gefahr in den Wintermonaten ohnehin relativ gering ist, ist die Einnahme von Johanniskrautpräparaten in jenem Zeitraum also unbedenklich.

Hypericin weist sich durch seine Wirkung auf das gesamte Nervensystem aus und ist so auch bei einem gereizten Ischias eine helfende Hand. Als längster Nervenstrang des menschlichen Körpers reagiert jener schmerzend auf kalte und feuchte Wetterperioden und sucht Betroffene deshalb überwiegend in den Monaten zwischen November und März heim. Johanniskraut entfaltet seine beruhigende und entspannende Wirkung auch am „Nervus ischiadicus“.

Johanniskrautöl ist in der Apotheke erhältlich. Auch online findet man Anbieter wie die Europa-Apotheek, die Johanniskraut in verschiedenen Formen anbieten.

 

Johannisöl kann mit etwas Aufwand aber auch selbst hergestellt werden. Ein Glas voller Blüten wird mit kaltgepresstem Olivenöl übergossen und anschließend für bis zu acht Wochen der Sonne ausgesetzt. Während der Mazeration sollte das Gefäß mehrfach kräftig geschüttelt werden. Anschließend trennen sich das Öl und die pflanzlichen Bestandteile mittels eines Seihers. Das so gewonnene Arzneimittel darf für Massagen verwendet werden und dient damit der Verminderung muskulärer Verspannungen. Nacken- und Rückenbereich sind häufig von nervösen Muskelverhärtungen betroffen. Eisige Winde und kühle Temperaturen tragen im Winter überdies zu einem wenig geschmeidigen Bewegungsapparat bei und so birgt das altbewährte Johanniskraut eine wohltuende Wellness-Formel.

 

Neben dem Öl selbst wird Johanniskraut auch häufig in verschiedenen Produkten verarbeitet. Es gibt beispielsweise Johanniskrautkapsel von ABTEI, die ebenfalls wohltuend wirken.

In meiner Praxis wende ich Johanniskraut-Öl, auch Rot-Öl genannt, zu Behandlung von Rückenproblemen z. B. Bei Hexenschuss, in verschiedenen Massage-Techniken zur Vorbereitung von Gewebe und Muskulatur bevor ich direkt zur Wirbel-Richtung schreite. Auch als Einreibung bei Schmerzen im Nacken-Schulter-Bereich: z. B. Hartspann und extremer Muskelverhärtungen kann ich mich auf das Rot-Öl immer verlassen.

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