Heilende Frequenzen – die eigene Stimme als Werkzeug zur Regulation
Frequenzen begegnen uns überall. Licht, Klang, Bewegung und selbst die Vorgänge in unserem Körper beruhen auf Schwingungen.
Auch Töne sind Frequenzen. Und unsere Stimme besteht aus Tönen.
Warum also heilende oder regulierende Frequenzen ausschließlich von außen zuführen, wenn wir sie mit der eigenen Stimme selbst erzeugen können?
Die Stimme ist ein unmittelbar verfügbares Werkzeug. Wir tragen sie immer bei uns. Über Summen, Tönen und bewusstes Atmen können wir Schwingungen im Körper entstehen lassen und unsere Aufmerksamkeit gezielt auf bestimmte Körperbereiche, Organsysteme oder innere Themen richten.
Dabei geht es nicht darum, einen besonders schönen oder richtigen Ton hervorzubringen. Entscheidend ist vielmehr, die eigene Schwingung wahrzunehmen und aufmerksam zu beobachten, wie der Körper darauf reagiert.
Töne bringen den Körper in Schwingung
Beim Summen entstehen hörbare und körperlich spürbare Vibrationen. Je nach Tonhöhe, Lautstärke und Haltung können diese Schwingungen an unterschiedlichen Stellen wahrgenommen werden: im Brustraum, im Hals, im Kopf, im Gesicht, im Bauch oder entlang der Wirbelsäule.
Die Stimme wirkt dabei nicht nur über das Hören. Die erzeugte Vibration wird auch unmittelbar im Körper erlebt.
So kann das Summen dazu beitragen,
die Aufmerksamkeit aus dem Denken zurück in den Körper zu führen,
den Atem gleichmäßiger werden zu lassen,
innere Anspannung wahrzunehmen und möglicherweise zu lösen,
Körperbereiche bewusster zu spüren,
das Nervensystem bei der Regulation zu unterstützen,
einen Zustand von Sammlung und innerer Ruhe entstehen zu lassen.
Die eigene Stimme wird dabei zu einer Brücke zwischen Atem, Körperwahrnehmung und innerem Erleben.
Zuerst zur Ruhe kommen
Bevor Du mit dem Summen beginnst, solltest Du Dir etwas Zeit nehmen, um anzukommen. Eine ruhige Atemmeditation hilft dabei, die Aufmerksamkeit zu sammeln und den Körper auf die Übung vorzubereiten.
Setze Dich bequem und möglichst aufrecht hin. Deine Füße stehen auf dem Boden. Die Hände können entspannt auf den Oberschenkeln liegen.
Lasse den Beckenboden und den Unterbauch locker. Versuche nicht, den Atem zu kontrollieren oder besonders tief zu atmen. Der Atem darf sich natürlich ausbreiten.
Atemmeditation entlang der Wirbelsäule
1. Kontakt aufnehmen
Richte Deine Aufmerksamkeit auf das Steißbein und den unteren Bereich der Wirbelsäule.
Spüre zunächst einfach, ohne etwas verändern zu wollen.
2. Einatmen
Atme zu dieser Stelle hin.
Lasse den Atem zunächst in den entspannten Unterbauch fließen und sich anschließend in den Brustraum ausbreiten.
3. Ausatmen
Stelle Dir beim Ausatmen vor, dass sich der Atem vom unteren Ende der Wirbelsäule nach oben bewegt.
Lasse ihn entlang der Lendenwirbelsäule, der Brustwirbelsäule und der Halswirbelsäule bis zum Schädeldach aufsteigen.
Dabei muss nichts erzwungen werden. Es genügt, die Atembewegung aufmerksam zu begleiten.
4. Wieder einatmen
Kehre mit Deiner Aufmerksamkeit zum Steißbein und zur unteren Wirbelsäule zurück.
Atme wieder zu dieser Stelle hin.
5. Erneut ausatmen
Lasse den Atem erneut entlang der Wirbelsäule nach oben bis zum Schädeldach laufen.
Wiederhole diesen Vorgang mindestens drei- bis sechsmal.
6. Nachspüren
Beende die bewusste Atemführung und spüre einen Moment nach.
Wie fühlt sich Dein Rücken an? Wie ist Dein Atem? Hat sich Deine Körperwahrnehmung verändert?
Mit der eigenen Stimme regulierende Frequenzen erzeugen
Nach der Atemmeditation kannst Du mit dem Summen beginnen.
1. Wähle einen Körperbereich oder ein Thema
Richte Deine Aufmerksamkeit auf eine Körperstelle, eine Körperregion oder ein Organsystem.
Das kann beispielsweise sein:
der Bauch,
der Brustraum,
der Hals,
der Kopf,
der Rücken,
ein verspannter Muskelbereich,
ein Organbereich,
ein Gefühl von innerer Unruhe,
ein belastendes mentales Thema.
Versuche nicht, den Bereich sofort zu verändern. Nimm zunächst wahr, was dort ist.
2. Beginne zu summen
Schließe sanft die Lippen und lasse beim Ausatmen einen Summton entstehen.
Der Ton muss weder laut noch besonders tief sein. Wähle zunächst eine Tonhöhe, die sich angenehm und natürlich anfühlt.
Richte Deine Aufmerksamkeit beim Summen auf den gewählten Körperbereich.
Du kannst Dir vorstellen, dass Du direkt in diese Stelle hinein summst.
3. Suche die passende Schwingung
Verändere die Tonhöhe langsam.
Manche Töne werden eher im Brustraum spürbar, andere im Hals, im Kopf oder im Gesicht. Vielleicht findest Du einen Ton, bei dem die gewünschte Körperregion besonders deutlich mitschwingt.
Es gibt dabei keinen allgemein richtigen Ton. Die passende Frequenz kann von Mensch zu Mensch und von Situation zu Situation unterschiedlich sein.
Vertraue Deiner eigenen Wahrnehmung.
4. Lass die Region mitschwingen
Summe mehrere Atemzüge lang in den ausgewählten Bereich.
Du kannst den Ton gleichmäßig halten oder ihn langsam höher und tiefer werden lassen. Vielleicht möchte sich die Lautstärke verändern. Vielleicht entsteht aus dem Summen ein anderer Ton.
Lasse den Prozess möglichst natürlich geschehen.
5. Bleibe aufmerksam
Beobachte, was während des Summens geschieht.
Möglicherweise verändert sich die Atmung. Vielleicht entsteht Wärme, Kribbeln, Weite, Druck, Müdigkeit oder ein Gefühl von Bewegung. Vielleicht tauchen Gefühle, innere Bilder oder Erinnerungen auf.
Es kann auch sein, dass zunächst keine deutliche Veränderung wahrnehmbar ist.
Alles darf so sein, wie es ist.
Die Übung besteht nicht darin, eine bestimmte Wirkung erzwingen zu müssen. Sie besteht darin, über Atem, Stimme und Aufmerksamkeit mit dem eigenen Körper in Kontakt zu treten.
Auch mentale Themen können betönt werden
Nicht immer muss eine konkrete Körperstelle im Mittelpunkt stehen.
Du kannst Deine Aufmerksamkeit auch auf ein inneres Thema richten, beispielsweise auf:
Angst,
Unruhe,
Überforderung,
Erschöpfung,
Entscheidungsdruck,
Traurigkeit,
innere Enge,
fehlende Klarheit.
Nimm das Thema zunächst wahr, ohne es zu analysieren. Spüre, wo es sich möglicherweise im Körper zeigt.
Beginne dann zu summen und beobachte, welche Tonhöhe sich stimmig anfühlt. Vielleicht verändert sich der Ton im Laufe der Übung. Vielleicht wird er kräftiger, leiser, tiefer oder freier.
Die Stimme kann ausdrücken, wofür Worte manchmal nicht ausreichen.
Zum Ende kommen
Beende das Summen nicht abrupt.
Lasse den Ton langsam leiser werden und kehre anschließend zum natürlichen Atem zurück.
Spüre einige Atemzüge lang nach.
Nimm wahr:
Wie fühlt sich die angesprochene Region jetzt an?
Hat sich Dein Atem verändert?
Ist mehr Ruhe, Wärme, Bewegung oder Weite entstanden?
Wie erlebst Du Dich selbst im Moment?
Trinke anschließend etwas Wasser und gönne Dir noch einen Augenblick, bevor Du wieder in Deinen Alltag zurückkehrst.
Die eigene Stimme als Instrument der Selbstregulation
Wir sind es gewohnt, Frequenzen über Musik, Klangschalen, Stimmgabeln oder technische Geräte von außen aufzunehmen.
Doch auch die eigene Stimme kann ein wirksames Instrument der Körperwahrnehmung und Selbstregulation sein.
Sie ist persönlich, unmittelbar und lebendig. Der Körper erzeugt den Ton selbst und empfängt gleichzeitig dessen Schwingung.
Das bewusste Summen kann deshalb eine einfache Möglichkeit sein, wieder mit sich selbst in Kontakt zu kommen, den Atem zu vertiefen und den Körper in seiner eigenen Regulation zu unterstützen.
Dabei braucht es keine musikalische Begabung.
Es braucht lediglich etwas Zeit, einen ruhigen Ort und die Bereitschaft, der eigenen Stimme und den Reaktionen des Körpers aufmerksam zuzuhören.
Wichtiger Hinweis
Die beschriebene Übung dient der Körperwahrnehmung, Entspannung und Unterstützung der Selbstregulation. Sie ersetzt keine medizinische Untersuchung, Diagnostik oder notwendige Behandlung.
Bei anhaltenden, unklaren oder stärkeren Beschwerden sollte eine fachkundige Untersuchung erfolgen.
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