Praxis Regina Radach – Heilpraktikerin

Freie Bewegung: ein Weg aus inneren und äußeren Korsetts

Bewusste freie Bewegung bei den Meridianbewegungen nach Wilfried Teschler

Meridianbewegungen nach Wilfried Teschler

Viele Menschen können vorgegebene Bewegungen gut ausführen. Sie folgen einer Anleitung, ahmen eine Haltung nach oder orientieren sich an einem bekannten Bewegungsablauf.

Ungewohnt wird es häufig, wenn keine Bewegung vorgemacht wird und die Einladung lautet:

Nimm wahr, welche Bewegung aus dir selbst heraus entstehen möchte.

In der Begleitung von Menschen zeigt sich immer wieder, wie fremd dieser Zugang zunächst sein kann. Nicht, weil uns die Fähigkeit zur freien Bewegung fehlt, sondern weil sie im Laufe unseres Lebens häufig überlagert wurde.

Wir haben gelernt, uns an Vorgaben zu halten, Fehler zu vermeiden, uns nicht zu deutlich zu zeigen und Erwartungen zu erfüllen. Oft orientieren wir uns stärker daran, wie etwas aussehen soll, als an dem, was wir selbst wahrnehmen.

Das betrifft nicht nur unsere Bewegungen. Es kann sich ebenso darin zeigen, wie wir sprechen, fühlen, entscheiden und unseren Platz im Leben einnehmen.

Innere und äußere Korsetts

Sobald keine Bewegung mehr vorgegeben wird, können Fragen auftauchen:

Mache ich es richtig?

Wie sieht das aus?

Was denken die anderen?

Darf ich mich so bewegen?

Kann ich meinem eigenen Impuls vertrauen?

Freie Bewegung berührt deshalb mehr als den Körper. Sie kann erfahrbar machen, wie sehr wir uns an innere und äußere Vorgaben angepasst haben.

Die äußeren Korsetts bestehen aus Regeln, Erwartungen und gesellschaftlichen Vorstellungen. Die inneren Korsetts entstehen dort, wo wir diese Vorgaben als eigene Überzeugungen übernommen haben:

Ich darf keinen Fehler machen.

Ich darf mich nicht zu deutlich zeigen.

Ich muss mich kontrollieren.

Ich muss wissen, was als Nächstes kommt.

Anpassung ist nicht grundsätzlich falsch. Sie hilft uns, mit anderen Menschen zusammenzuleben und Aufgaben zu bewältigen. Wird sie jedoch zu starr, kann sie unseren natürlichen Ausdruck, unsere Beweglichkeit und den Kontakt zu uns selbst einschränken.

Meridianbewegungen nach Wilfried Teschler

Die Meridianbewegungen, mit denen ich arbeite, gehen auf Wilfried Teschler zurück.

Er nahm die energetischen Zusammenhänge und Themenfelder der Meridiane als Grundlage und entwickelte für die einzelnen Meridiane spezifische Grundhaltungen.

Das Geniale an seiner Arbeit liegt jedoch nicht allein in diesen Haltungen.

Aus der Grundhaltung heraus darf eine individuelle Bewegung entstehen. Dadurch wird das Themenfeld eines Meridians nicht nur theoretisch verstanden, sondern kann unmittelbar erlebt werden.

Es kann ins Bewusstsein treten, wie sich ein Thema im eigenen Körper, in den Gefühlen, Gedanken, Reaktionen und energetischen Empfindungen zeigt.

Der Meridian gibt dabei einen klaren Erfahrungsraum vor. Die Bewegung bleibt dennoch persönlich und frei.

Der Meridian öffnet den Raum. Die Bewegung zeigt den individuellen Weg durch diesen Raum.

Die Grundhaltung ist nur der Einstieg

Die Grundhaltung wird zunächst so genau wie möglich eingenommen. Dadurch tritt der Mensch in das Themen- und Energiefeld des jeweiligen Meridians ein.

Sie ist jedoch keine Haltung, die möglichst lange durchgehalten werden soll.

Gerade Menschen, die gewohnt sind, Aufgaben korrekt zu erfüllen, neigen dazu, in der Haltung zu verharren – auch wenn sie zunehmend anstrengend wird.

Doch darum geht es nicht.

Die Grundhaltung ist nicht das Ziel. Sie ist der Einstieg.

Danach beginnt der eigentliche Prozess: wahrnehmen, atmen, wach bleiben und der Bewegung folgen, die aus dem eigenen Inneren entstehen möchte.

Erster Schritt: wertungsfrei wahrnehmen

Zunächst wird wahrgenommen, was in der Meridianhaltung geschieht.

Das kann sich auf unterschiedlichen Ebenen zeigen:

als Spannung, Druck, Wärme, Unruhe oder Veränderung des Atems, als Gefühl, Gedanke, inneres Bild, Widerstand oder energetische Empfindung.

Dabei muss nichts sofort erklärt, verändert oder eingeordnet werden.

Das Wahrgenommene darf zunächst da sein.

Vielleicht zeigt sich Enge. Vielleicht Ungeduld, Unsicherheit oder ein Wunsch, die Haltung sofort wieder zu verlassen. Vielleicht ist zunächst scheinbar gar nichts wahrzunehmen.

Auch das darf sein.

Wertungsfreie Wahrnehmung bedeutet, wach und bewusst mit dem in Kontakt zu bleiben, was im Augenblick vorhanden ist.

Wird die Haltung körperlich zu anstrengend oder das Erleben zu intensiv, wird sie gelöst und eine Pause gemacht.

Die Pause ist kein Versagen und kein Abbruch. Sie ist Teil von Selbstwahrnehmung und Selbstregulation.

Es geht nicht darum, etwas auszuhalten oder über die eigenen Grenzen hinwegzugehen. Auch in der Pause kann der Mensch atmen, wach bleiben und wahrnehmen, was sich verändert.

Zweiter Schritt: Bewegung entstehen lassen

Aus der Wahrnehmung heraus wird nicht überlegt, welche Bewegung jetzt richtig oder passend wäre.

Die Aufmerksamkeit richtet sich stattdessen nach innen:

Wohin möchte sich mein Körper aus dieser Haltung heraus bewegen?

Der erste Impuls kann sehr klein sein.

Vielleicht verändert sich nur der Atem. Vielleicht möchte sich ein Finger bewegen, der Kopf drehen, eine Schulter lösen oder das Gewicht auf den Füßen verlagern.

Die Bewegung muss weder groß noch schön sein. Sie muss nichts darstellen und keinem vorgegebenen Ablauf entsprechen.

Sie wird nicht vorgemacht und nicht nachgemacht.

Sie darf aus dem eigenen Empfinden heraus entstehen.

Währenddessen bleibt der Mensch wach und in der Wahrnehmung. So wird die Bewegung nicht beliebig, sondern zu einer bewussten und persönlichen Antwort auf das angesprochene Themenfeld.

Wenn festgehaltene Strukturen wieder beweglich werden

Körperliche, mentale, psychische oder energetische Erfahrungen können sich im Menschen festhalten.

Das kann sich als Spannung, Erstarrung, zurückgehaltenes Gefühl, starres Gedankenmuster oder als Empfinden von Stau und Blockierung zeigen.

Solche Strukturen binden Kraft und Energie.

Durch die wertungsfreie Wahrnehmung entsteht zunächst Kontakt zu dem, was vorhanden ist. Die anschließend entstehende Bewegung kann das Festgehaltene mobilisieren.

Man kann sich diesen Vorgang wie einen Verflüssigungseffekt vorstellen:

Was zuvor gebunden, fest oder unbeweglich war, kommt wieder in Fluss. Es erhält Ausdruck, Bewegung und einen eigenen Verlauf. Es kann sich weiterbewegen, lösen und transformieren.

Dieser Prozess kann sich auf sehr unterschiedliche Weise zeigen: durch einen tieferen Atem, Wärme, Zittern, Schweiß, Tränen, ein Seufzen, eine Veränderung der Muskelspannung oder ein Gefühl von Ruhe und Weite.

Dabei muss keine bestimmte Reaktion entstehen. Eine starke Reaktion ist nicht wertvoller als eine kleine, kaum sichtbare Veränderung.

Entscheidend ist, in der Wahrnehmung zu bleiben und dem eigenen Prozess zu folgen.

Lösung, Transformation und freie Energie

Lösung bedeutet in diesem Zusammenhang nicht nur, dass etwas nachlässt oder verschwindet.

Das zuvor Festgehaltene kann seine Starre verlieren und sich verwandeln.

Aus Anspannung kann Beweglichkeit entstehen.

Aus Zurückhaltung kann Ausdruck werden.

Aus Enge kann Raum entstehen.

Aus Erstarrung kann Lebendigkeit werden.

Aus einer unbewussten Reaktion kann eine bewusste Erfahrung und damit eine neue Wahlmöglichkeit entstehen.

Die Energie, die zuvor in Anspannung, Kontrolle, Zurückhaltung oder dem Festhalten einer Struktur gebunden war, wird wieder verfügbar.

Sie kann dem Menschen als Lebensenergie, Klarheit, Beweglichkeit und Handlungskraft zur Verfügung stehen.

Der Meridian öffnet das Themenfeld. Die Wahrnehmung nimmt Kontakt auf. Die entstehende Bewegung bringt das Festgehaltene in Lösung und Transformation. Die freigewordene Energie steht dem Menschen wieder als Lebens- und Handlungskraft zur Verfügung.

Selbsthilfe und Selbstermächtigung

Die Meridianbewegungen nach Wilfried Teschler geben dem Menschen eine Methode an die Hand, die er selbst anwenden kann.

Er bleibt nicht passiver Empfänger einer Anwendung. Er wird selbst wahrnehmend, bewegend und handelnd.

So können die Meridianbewegungen zu einer Form der Selbsthilfe und Selbstregulation werden. Sie können die Selbstheilungskräfte unterstützen und dabei helfen, wieder Vertrauen in den eigenen Körper und die eigene Wahrnehmung zu entwickeln.

Darin liegt ein wesentlicher Schritt zur Selbstermächtigung:

Die eigene Wahrnehmung wieder ernst nehmen.

Dem eigenen Bewegungsimpuls vertrauen.

Grenzen bemerken und berücksichtigen.

Und die eigene Fähigkeit zur Regulation wieder bewusst nutzen.

Ein Weg zurück zum eigenen Ausdruck

Freie Bewegung ist keine Darbietung. Sie muss weder schön noch außergewöhnlich sein.

Sie beginnt dort, wo wir aufhören, nach der richtigen Bewegung zu suchen, und wieder wahrnehmen, was sich aus uns selbst heraus bewegen möchte.

Darin liegt eine Form von Selbstbefreiung.

Mit jeder Bewegung, die nicht bewertet, korrigiert oder an einer äußeren Vorgabe gemessen wird, kann ein Stück Vertrauen zurückkehren:

Vertrauen in den eigenen Körper.

Vertrauen in die eigene Wahrnehmung.

Vertrauen in den eigenen Ausdruck.

Und Vertrauen in die Fähigkeit, eine persönliche Antwort auf das Leben zu finden.

Vielleicht beginnt dieser Weg nicht mit einer großen Bewegung.

Vielleicht beginnt er mit einem Atemzug, einem kaum sichtbaren Impuls und der inneren Erlaubnis:

Ich muss nichts vormachen und nichts nachmachen. Ich darf wahrnehmen, was sich in mir bewegen möchte.

Du möchtest die Meridianbewegungen nach Wilfried Teschler selbst kennenlernen? In der begleiteten Gruppe erhältst du einen geschützten Raum, um wahrzunehmen, deinem eigenen Bewegungsimpuls zu folgen und die Methode Schritt für Schritt für dich zu entdecken.