Bewegung geschehen lassen – Selbstheilung kann entstehen
Viele Menschen kennen Bewegung vor allem als etwas, das bewusst gesteuert wird. Wir führen Übungen aus, halten eine vorgegebene Position oder folgen einem bestimmten Bewegungsablauf.
Bei der Heilenden Bewegung ist das anders.
Die Bewegung wird nicht vorgegeben. Sie entsteht aus dem Körper heraus, wenn man sich auf das Verfahren einlässt und sie geschehen lässt. Der Mensch bleibt dabei wach und aufmerksam. Er nimmt wahr, was körperlich, seelisch und gedanklich geschieht, ohne den Ablauf bewusst zu steuern.
Die Bewegungsarbeit basiert auf den von Wilfried Teschler entwickelten intentionalen Bewegungen. Für meinen Grundlagenworkshop verwende ich den zugänglicheren Begriff „Heilende Bewegung“.
Der Körper ist an unserem Erleben beteiligt
Körper, Gefühle, Gedanken und innere Haltung sind nicht voneinander getrennt.
Wenn wir unter Druck geraten, verändert sich häufig die Atmung. Bei Unsicherheit oder Gefahr spannt sich die Muskulatur an. Sorgen können sich im Bauch bemerkbar machen, Belastungen liegen sprichwörtlich auf den Schultern, und manche Menschen halten im Stress sogar unbewusst den Atem an.
Solche Reaktionen sind zunächst sinnvoll. Der Körper versucht, uns zu schützen und auf eine Situation vorzubereiten. Bleibt die Anspannung jedoch bestehen, kann sie sich als innere Unruhe, Erschöpfung, Verspannung oder eingeschränkte Beweglichkeit bemerkbar machen.
Die Heilende Bewegung setzt an diesem Zusammenspiel an. Sie eröffnet die Möglichkeit, körperliche Reaktionen nicht nur gedanklich zu verstehen, sondern sie unmittelbar wahrzunehmen und in Bewegung kommen zu lassen.
Die Bewegung wird nicht gemacht
Zu Beginn steht kein festgelegter Ablauf. Man richtet die Aufmerksamkeit nach innen, besinnt sich und lässt eine Bewegung entstehen.
Das ist für viele Menschen zunächst ungewohnt. Der Verstand möchte wissen, was zu tun ist, ob eine Bewegung richtig ist oder welches Ergebnis erreicht werden soll.
Bei dieser Arbeit braucht es das nicht.
Die Bewegung kann klein oder deutlich sein, fließend oder stockend, vertraut oder überraschend. Sie muss weder schön aussehen noch einer bekannten Bewegungsform entsprechen.
Der innere Beobachter bleibt dabei wach. Er nimmt wahr, was geschieht, und nimmt an, was ist – ohne zu bewerten, einzugreifen oder eine Meinung zum Geschehen zu haben.
Ohne Thema oder mit einer klaren Intention
Die Heilende Bewegung kann auf unterschiedliche Weise angewendet werden.
Man kann die Bewegung ohne ein bestimmtes Thema entstehen lassen und sich innerlich darauf ausrichten, dass das in Bewegung kommen darf, was gerade ansteht. Dabei ist es nicht notwendig, vorher zu wissen, worum es geht.
Es ist aber auch möglich, mit einer bestimmten Intention zu arbeiten. Das kann ein körperliches, seelisches oder mentales Thema sein, zum Beispiel:
- Stress und innere Unruhe
- Stabilität und Abgrenzung
- Vertrauen
- Durchsetzungskraft
- Beziehungsthemen
- körperliche Spannung
- Ängste oder wiederkehrende Gedanken
- eine aktuelle Lebenssituation
Das Thema wird nicht mit dem Verstand gelöst. Es wird in den Sinn genommen, und anschließend darf Bewegung entstehen.
Was sich während der Bewegung zeigen kann
Während der Bewegungsarbeit können unterschiedliche Erfahrungen auftreten.
Manchmal wird die Bewegung weich und fließend. Manchmal stockt sie oder wirkt zunächst hakelig. Es kann auch sein, dass keine sichtbare Bewegung entsteht. Gedanken, Gefühle, innere Bilder, Erinnerungen oder Körperempfindungen können auftauchen.
Alles wird zunächst nur wahrgenommen.
Es geht nicht darum, etwas Bestimmtes zu erreichen oder eine Reaktion hervorzurufen. Ebenso wenig sollen Gefühle unterdrückt oder durch heftige Bewegung ausagiert werden.
Die Einladung lautet:
Im energetischen Fluss bleiben – ohne zu forcieren und ohne zu unterdrücken.
Wird ein Prozess zu intensiv, ist eine Pause sinnvoll. Die Erfahrung darf sich setzen. Später kann man entscheiden, ob man noch einmal in die Bewegung hineingehen möchte.
Regulation geschieht häufig Schicht für Schicht.
Entlastung und Selbstregulation erleben
Die Heilende Bewegung kann dazu beitragen, festgehaltene Spannung wahrzunehmen und allmählich zu verändern. Manchmal entsteht körperliche Entlastung. Die Atmung wird freier, der Stand sicherer oder der innere Zustand ruhiger.
Auch Zusammenhänge können deutlicher werden: Was macht eine Situation körperlich mit mir? Wie reagiere ich darauf? Wo halte ich fest? Wo passe ich mich an? Wo fehlt Bewegung?
Dabei geht es nicht darum, jede Erfahrung sofort zu erklären. Vieles darf zunächst einfach erlebt werden.
Während und durch die Bewegung können Selbstregulation und Selbstheilung entstehen – manchmal beinahe wie von selbst.
Bewegung darf auch Freude machen
Diese Arbeit muss nicht schwer sein.
Neben tiefen oder berührenden Erfahrungen kann auch Leichtigkeit entstehen. Es kann Freude machen, den eigenen Körper auf eine neue Weise kennenzulernen und zu entdecken, welche Bewegungen von selbst entstehen.
Die Teilnehmer erleben, dass sie nicht ausschließlich auf äußere Anleitungen angewiesen sind. Sie können ihre Wahrnehmung schulen und mehr Vertrauen in die eigene Regulationsfähigkeit entwickeln.
Diese Erfahrung kann stärkend sein:
Mein Körper reagiert. Ich kann wahrnehmen, was geschieht. Ich darf Pausen machen. Und ich kann lernen, meinen eigenen Prozessen bewusster zu begegnen.
Grundlagenworkshop am 4. Juli 2026
Im Grundlagenworkshop lernen die Teilnehmer die Methode schrittweise kennen.
Wir beschäftigen uns unter anderem mit:
- dem Zusammenhang von Körperhaltung, Atmung, Gefühlen und Gedanken
- der Wirkung unterschiedlicher Körperhaltungen
- dem inneren Beobachter
- freier Bewegung ohne Thema
- intentionaler Bewegung mit einem eigenen Thema
- dem Umgang mit stockenden, intensiven oder ausbleibenden Reaktionen
- Wahrnehmung, Pausen und Integration
Vorkenntnisse sind nicht erforderlich. Jede Übung ist freiwillig, und jeder Teilnehmer arbeitet im eigenen Tempo.
Heilende Bewegung – Grundlagenworkshop
Termin: Samstag, 4. Juli 2026
Zeit: 10:00–17:00 Uhr
Ort: Naturheilpraxis HeideSeele, Grotekamp 16, 21256 Handeloh/Inzmühlen
Leitung: Regina Radach, Heilpraktikerin
Preis: 160 €
Teilnehmerzahl: mindestens 5, maximal 12 Teilnehmer
Bequeme Kleidung, warme Socken, Wasser und etwas zum Schreiben bitte mitbringen.
Weitere Informationen und Anmeldung:
gesundheit-arbeit-leben.de/veranstaltungen
