Innere Fähigkeiten nicht nur verstehen, sondern über den eigenen Körper erfahren und damit entwickeln.
Die Body-Mind-Übungen nach Wilfried Teschler arbeiten mit klar definierten Körperhaltungen. Über die Haltung wird eine bestimmte innere Qualität körperlich erfahrbar – zum Beispiel Gelassenheit, Konzentration, Mut, Selbststeuerung oder Standfestigkeit.
Es geht nicht darum, sich etwas einzureden. Die Erfahrung entsteht über den eigenen Körper.
Viele Eigenschaften lassen sich gedanklich gut beschreiben. Doch zu wissen, was Mut, Gelassenheit oder Selbststeuerung bedeuten, ist etwas anderes, als diese Qualitäten im eigenen Körper zu erleben.
Wenn Mut fehlt, wird deshalb nicht einfach gedacht: „Ich bin mutig.“ Stattdessen wird über die Körperhaltung erfahrbar, wie sich Mut, Standfestigkeit oder innere Ausrichtung im eigenen Körper anfühlen und zeigen können.
So kann aus einer Vorstellung eine Erfahrung werden. Und aus wiederholter Erfahrung kann sich eine Fähigkeit entwickeln.
Die Körperhaltung ist dabei nicht bloß eine äußere Form. Sie schafft einen Erfahrungsraum. In diesem Raum können Körperempfindungen, Gedanken, Gefühle, innere Bilder, Widerstände oder Veränderungen der eigenen Energie wahrgenommen werden.
Wichtig ist der innere Beobachter: erleben, was geschieht, ohne sich darin zu verlieren.
Wahrnehmen – erfahren – entwickeln.
Die Übungen sprechen unterschiedliche Fähigkeiten und innere Qualitäten an. Sie werden jeweils über eine klar definierte Körperhaltung erfahren.
Zum Ausgleichen, Aktivieren und Freisetzen von Energie – besonders bei schwankendem, unregelmäßigem oder niedrigem Energieniveau.
Zur Erfahrung von innerer Führung, Disziplin, Klarheit und der Fähigkeit, das eigene Verhalten bewusster zu steuern.
Für innere Ausrichtung, Konzentration und die Bereitschaft, ein Ziel klarer in den Blick zu nehmen.
Für Standfestigkeit, Selbstverankerung, Mut, Grenzen und die Fähigkeit, sich aus der eigenen Mitte heraus zu behaupten.
Bei Stress, Nervosität und anhaltender Belastung. Die Übung unterstützt das Erleben von Ruhe, Abstand und innerer Stabilität.
Um auch bei innerer oder äußerer Bewegung mit sich selbst verbunden und handlungsfähig zu bleiben.
Für innere Präsenz, Übersicht und die Fähigkeit, aus einer eigenen klaren Position heraus zu handeln.
Für die Erfahrung von Bereitschaft, Tatkraft und dem Vertrauen, einen nächsten Schritt tatsächlich zu gehen.
Für das Erleben von innerer Übereinstimmung – sich selbst wahrnehmen und möglichst stimmig aus dem Eigenen heraus handeln.
Als körperorientierter Zugang für Situationen, in denen schnell wieder mehr Orientierung, Sammlung und Selbstkontakt gebraucht werden.
Die Body-Mind-Übungen können besonders dann hilfreich sein, wenn viele Anforderungen gleichzeitig wirken – im Beruf, in der Familie, in der Selbstständigkeit oder in Phasen, in denen Entscheidungen, Verantwortung und Belastung zunehmen.
Gerade unter Druck verlieren Menschen leicht den Kontakt zu sich selbst. Dann wird vor allem reagiert, funktioniert oder durchgehalten.
Die Übungen setzen an einer anderen Stelle an: über den Körper wieder bei sich selbst ankommen, wahrnehmen und die benötigte innere Qualität erfahrbar machen.
Es geht nicht darum, die Körperhaltung möglichst perfekt auszuführen oder etwas zu leisten.
Entscheidend ist die Wahrnehmung: Was verändert sich in der Haltung? Was wird deutlicher? Wo entsteht Kraft, Widerstand, Ruhe, Spannung oder Orientierung?
Auch hier gilt: erst wahrnehmen – dann prüfen – erst danach einordnen.
Die Erfahrung aus einer Body-Mind-Übung bleibt nicht auf die Übung selbst beschränkt.
Wer eine Qualität im eigenen Körper kennt, kann sie im Alltag leichter wiederfinden: Gelassenheit in einer angespannten Situation, Standfestigkeit in einem Gespräch, Konzentration bei einer Aufgabe oder Mut vor einer Entscheidung.
So wird die Körperhaltung zum Ausgangspunkt für eine Erfahrung, die nach und nach in das eigene Verhalten und Handeln einfließen kann.
Die Body-Mind-Übungen sind ein eigenständiger Zugang innerhalb der Körperenergiearbeit nach Wilfried Teschler. Wie bei Meridianarbeit und intentionaler Bewegung steht nicht die theoretische Erklärung im Vordergrund, sondern die eigene Erfahrung.
Mehr zum methodischen Zusammenhang findest Du auf der Seite Körperenergiearbeit nach Teschler.